DREI SCHWESTERN

von Anton Tschechow

Die vaterlosen Prozorov-Geschwister (Andrzej, Olga, Masza und Irina) und der geschlossene Kreis der langjährigen Bekannten wohnen gemeinsam in der Provinz. Die Kraft ihrer Jugend verschwindet, doch ihre Träume wachsen. Sie versuchen verzweifelt, sich aus der provienzillen Leere zu befreien, doch die täglichen Kompromisse und Trägheiten führen zu einer seelischen Kapitulation. Die Inszenierung greift die aktuelle Situation der Stadt Jelenia Góra auf, in der das Bulevardblatt »Jelonka« und der konservative Stadtrat gemeinsam auf die Entlassung künstlerischen Leiter des Theaters, Wojtek Klemm, drängten.

Regie: Krzysztof Minkowski, Dramaturgie Wojtek Zrałek-Kossakowski, Bühne & Kostüm Konrad Schaller, Musik Jan Suświłło, Darsteller: Robert Dudzik, Monika Dawidziuk, Magdalena Kuźniewska, Rozalia Mierzicka, Anna Ludwicka, Jarosław Dziedzic, Bogusław Siwko, Robert Mania, Marcin Pempuś, Kazimierz Krzaczkowski, Krystyna Dmochowska

»Es wird sicherlich viele geben, die Alarm schlagen, die sagen werden, das ist nicht Tschechow, und dass man junge Menschen nicht zu einer Inszenierung einladen soll, in der sich ein Schauspieler auf der Bühne auszieht und in der die langsame, alte und poetische Welt Tschechows sich in Verfolgung, Lärm und einen spastischen Anfall zwischen Lachen und Weinen verwandelt hat. Doch sollte man sich nicht lieber die Frage stellen: Ist das nicht das, was unsere Welt ausmacht?«
Nowiny Jeleniogórskie online, 19. März 2009

»Es gibt gute Momente in dieser Inszenierung von ‚Drei Schwestern’, besonders jene, die auf unserer Realität in Jelenia Góra basieren. Es ist eine Provinzstadt, durchsetzt von Langeweile, jeder kennt jeden und überallhin ist es eine lange Zugfahrt. Das alles erinnert sehr stark an die Hauptstadt des Riesengebirges. Auch in ‚Drei Schwestern’ gibt es den Stadtratsvorsitzenden (gespielt von Robert Duzik) und den Bürgermeister, der eine Abschiedsrede für die Offiziere hält und einen Oberst, der währenddessen weiterfrisst.«
TEJO, Jelonka.com, 13. März 2009

»Und es gibt Theater, dass die heutigen Zustände attackiert. Manchmal brutal – wie z.B. durch Krzysztof Minkowski, der Tschechows ‚Drei Schwestern’ in moderne Kostüme steckt, den Samowar und die sentimentale Poesie aus dem Fenster schmeißt – durch gewaltsame Szenen und sinnlose Absonderlichkeiten, die gegen den guten Geschmack gehen, um zu fragen, was mit uns, mit unserer Sensibilität, unserem Humanismus passiert.«
Barbara Hirsz, Warschauer Trybuna, 29. Mai 2009

»So beautifully acted – a stark, bare-stage, modern dress of Three Sisters – that understanding the words almost seemed a superfluous extra detail.«
Andrew Haydon, www.guardian.co.uk, 31. Juli 2009

Premiere am 13.03.2009 im Teatr Jeleniogiórski