VERBRECHEN UND STRAFE

nach  Fjodor Dostojewski

Was wiegt das Leben einer Laus? Was ist gut oder schlecht? Inhaftierte der JVA für Frauen Pankow untersuchen Raskolnikows Entscheidung, die Grenze zu überschreiten, die Macht an sich zu reißen und zu morden, um Gutes zu tun. Raskolnikow tötet die Wucherin Aljona Iwanowna, ein „dummes, unnützes, nichtswürdiges, böses und krankes altes Weib, das kein Mensch braucht und das, im Gegenteil, alle schädigt“. Wir sehen durch Raskolnikows Augen Petersburg in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts: Armut, Gewalt, Prostitution, Alkoholismus, himmelschreiende Ungerechtigkeit. Der Jurastudent Raskolnikow will nicht länger zusehen, er sieht sich zum Handeln gezwungen. Die Figuren des gesellschaftlichen Panoramas, das Dostojewski entwirft, haben viel mit der Lebenswirklichkeit der Frauen zu tun, die wir in der JVAF Pankow antreffen, und so wollen wir das Stück erzählen. Nicht als historische Aufarbeitung von Weltliteratur, sondern einer Welt, in der die Frauen versuchen, ihren Weg zu finden und Entscheidungen treffen. Das Publikum begegnet Kassiererinnen, Frisörinnen, Nutten und Krankenschwestern – und blickt durch deren Augen auf unsere Welt. Ein Projekt in Kooperation mit der JVA für FRAUEN PANKOW und dem KUNST & KNAST e.V. Das Projekt wird gefördert von: Aktion Mensch / dieGesellschafter und Kunst & Knast e.V.


Regie:  KRZYSZTOF MINKOWSKI und DIRK MORAS, Ausstattung: KONRAD SCHALLER
Produktionsleitung: PARALLELWERK, Schasupiel: Frauen aus JVA Pankow

Premiere am 20.11.2009 in der JVA für Frauen in Pankow und im Ballhaus Ost