URFAUST

von Johann Wolfang Goethe 

Faust zweifelt am Sinn seiner Forschungen. Trotz jahrelanger Studien bleibt ihm die tiefere Erkenntnis davon, »was die Welt im Innersten zusammenhält«, verwehrt. Deswegen widmet er sich der Magie, beschwört in seiner Verzweiflung den Erdgeist – erfolglos. Er gerät an die Schranken seiner Existenz, nicht nur durch die ernüchternde Erkenntnis, dass der menschliche Verstand niemals grenzenlos sein wird, sondern auch durch die provinzielle Umgebung der Kleinstadt, in der er lebt. Begleitet von einer aus dem Nichts auftauchenden Gestalt namens Mephisto macht er sich auf die Suche nach radikaleren Formen des Denkens und nach rauschhafter Ablenkung. Sie treffen auf Margarete, deren Schönheit und Unschuld Faust in den Bann ziehen. Mehr als alles andere will er Margarete für sich gewinnen und nutzt dafür Mephistos dunkle Mächte. In Margaretes Vollkommenheit sucht Faust seine Befreiung, verführt die junge Frau und reißt sie damit in den Untergang. Der »Urfaust« ist ein unfertiges szenisches Fragment, eine Bilderflut in Vers- und Prosaform, das Johann Wolfgang Goethe mit nur 23 Jahren in seinen »Sturm und Drang«-Jahren verfasste, etwa zur selben Zeit wie den Briefroman »Die Leiden des jungen Werther«. Anders als die erst ein Vierteljahrhundert später entstandene Tragödie »Faust« schildert der »Urfaust« in seiner Rohheit weniger das mystische, metaphysische Streben nach Wissen und Macht, sondern eine allen Sinnen folgende, radikale Suche nach Erkenntnis und eine tragische Liebesgeschichte.

 

Regie: Krzysztof Minkowski, Bühne & Kostüme: Konrad Schaller, Dramaturgie: Laura Busch, Schauspiel: Ralph Opferkuch, Christoph Förster, Isabel Will, Undine Schmiedl, Maike Schroeter, Frederik F. Günther, Michael Ruchter, Andreas C. Meyer

 

»Urfaust in modernem Gewand. Diskussionswürdige Inszenierung von Goethes „Urfaust“ im Schauspielhaus Magdeburg. (…) Regisseur Krzysztof Minkowski verlegt die Urfaust-Story in die Gegenwart an eine Bushaltestelle in einem tristen Stadtrandgebiet (…) Christoph Förster als Mephisto lässt alles vermis- sen, was nach allgemeiner Meinung diese Figur ausmacht. Er beobachtet, wartet scheinbar ruhig ab, was geschieht. Mit nur einem kleinen Lächeln, einem Verziehen der Mundwinkel zeigt Förster die Haltung hinter der Maske. Man glaubt ihm den Teufel. Die Inszenierung überzeugt in Denkansatz und Umsetzung« (Magdeburger Volksstimme, 06.09.2021)

 

Premiere am 04.09.2021 am Theater Magdeburg