INVASION!

von Jonas Hassen Khemiri

Ein Name steht am Anfang und im Zentrum des Stückes: Abulkasem. Während eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von der Bedrohlichkeit des Abulkasem überzeugt ist und ihn durch ihre Beschreibung und Beobachtung einzukreisen versucht, wandert der Name fast zufällig durch verschiedene Milieus und Lebensgeschichten. Immer dient er der Selbstbehauptung, wandelt sich durch denjenigen, der ihn gerade im Munde führt und verwandelt umgekehrt seinen Sprecher. Am Ende hat der Name im wahrsten Sinne des Wortes die Runde gemacht, er dient einem illegalen Einwanderer als Identität und gelangt auf anrührende und überraschende Weise zurück zu seinem Autor. Jonas Hassen Khemiri, geboren 1978 in Stockholm, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Für sein Romandebüt «Das Kamel ohne Höcker» erhielt er den renommierten Borås-Tidnings-Debütpreis und den Preis für das erfolgreichste schwedische Taschenbuch des Jahres. 2006 wurde er mit dem Per-Olov-Enquist-Preis geehrt. Sein Stück «Invasion!» ist sein Debüt als Dramatiker; es wurde bereits vor ausverkauften Häusern auf internationalen Festivals präsentiert und wird nun erstmals in der Schweiz aufgeführt. Khemiri nahm 2007 an der International Residency des Royal Court Theatres in London teil und lebt derzeit in Berlin.

 

Regie: Krzysztof Minkowski, Bühne: Konrad Schaller, Kostüme: Birgit Künzler, Dramaturgie: Ulf Frötzschner, Schauspiel: Daniela Britt, Hans-Caspar Gattiker, Hajo Tuschy, Nicolas Batthyany

 

»Ein Theatererlebnis, das eine breite Palette von Empfindungen und Eindrücken bedient, beginnt. Mal ist man peinlich berührt, oder gar etwas genervt, wie als zwei Migranten wahllos Leute aus dem Publikum ansprechen, anmachen oder beleidigen. (…) Die Veranstaltung war ausverkauft. Dies prophezeihe ich auch für die restlichen.« (Pablo Haller | 20.05.2011 | www.kulturteil.ch)

»Intensiv! Hervorragende Schauspieler bieten ein hervorragendes Stück. Insbesondere Daniela Britt könnte man gut und gerne noch zwei weitere Stunden zusehen und zuhören. Aber auch die drei ‹Jungs› Nicolas Batthyany, Hans-Caspar Gattiker und Hajo Tuschy treiben ‹Invasion› mit ihrer Schauspielkunst gekonnt voran. (…) Theater in seiner Bestform!« (ART-TV, 20.05.2011)

»Und wenn dann der bravouröse Hajo Tuschy als Prolet im pinkfarbenen Pornohemd eine ‚Söder-Frau‘ anbaggert, eine Studentin aus dem trendigen Stadtteil Södermalm, dann ist das ‚Koma Abulkasem‘.« (Basler Zeitung, 20.5.2011)

»Die vier Schauspieler, allen voran die hinreissende Daniela Britt, glänzen in wechselnden Rollen und verblüffen mit bodenlos witzigen Spiegelfechtereien zwischen Täuschung und Entdeckung. Sie zielen aufs Publikum und werfen mit Schimpfwörtern um sich, dass es keine Art hat« (Neue Luzerner Zeitung, 20.5.2011)

»Die Gratwanderung zwischen Satire und Drama gelingt, nicht zuletzt dank der hervorragenden Leistung der Schauspieler des Luzerner Theaters. Nur zu viert teilen sie sich die verschiedenen Rollen, hüpfen leicht und überzeugend von der einen zur anderen Figur. Die Inszenierung des Gastregisseurs Krzysztof Minkowski ist bescheiden gehalten und gerade deswegen stark. « (SRDRS, Regionaljournal Zentralschweiz, 19.5.2011)

»Europa und den Off-Broadway hat Jonas Hassen Khemiris «Invasion!» schon erobert, nun ist das Stück am Mittwoch im Theater Luzern zur Schweizer Erstaufführung gelangt: eine raffiniert-witzige Farce über Terror-Paranoia und die Gruppendynamik unter jungen Immigranten.« (SDA, 19.5.2011)

»«Invasion!» ist ein scharfsinniger, abgründiger Text. In den Dialogen knallig und plakativ entwickelt Khemiris Sprache fast eine lyrische Wucht. Davor scheint man am Luzerner Theater fast gut gelaunt zu kapitulieren. Krzysztof Minkowskis Inszenierung bietet viel Schabernack und Secondo-Slang à Diskretion.« (DRS 2, aktuell, 19.5.2011)

 

Premiere am 18.05.2011 am Luzerner Theater